Im Warenkorb die Absprungrate verbessern + 13 clevere Tipps

• Alex Hammerschmied
Im Warenkorb die Absprungrate verbessern + 13 clevere Tipps

Es ist frustrierend: Potenzielle Kunden klicken sich durch das Angebot in Ihrem Shop, legen Produkte in den Warenkorb – und springen im letzten Moment ab. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, ist dieser Beitrag für Sie.

Hier erfahren Sie, wie Sie die Absprungrate im Warenkorb senken – mit einfachen, aber wirksamen Mitteln.

Wie hoch ist die durchschnittliche Absprungrate im Warenkorb?

Mit Kunden, die kurz vor dem Kauf abspringen, sind Sie nicht allein. Über 40 % der Online-Shopper überlegen es sich im letzten Moment anders. Dieser Durchschnitt wirkt erschreckend hoch, lässt sich aber bei näherer Betrachtung gut erklären.

Die meisten Kunden entscheiden sich aus recht banalen Gründen kurz vor dem Kaufabschluss noch einmal anders, etwa weil ihnen die Lieferzeit zu lang ist. Die Gründe jedes Einzelnen werden Sie nie vollständig kennen. Sie können Ihren Shop aber so optimieren, dass die Absprungrate sinkt.

Absprungrate verbessern – das sollten Sie vorab wissen

Bevor wir zu den Tipps kommen, kurz zu drei Fragen:

  1. Was ist die Absprungrate überhaupt?
  2. Was sagt die Absprungrate aus?
  3. Was ist ein guter Wert für die Absprungrate?

Der Begriff „Absprungrate“ kommt vom englischen „Bounce Rate“. Gemeint ist der Anteil der Besucher, die eine Seite wieder verlassen, ohne eine weitere Unterseite aufzurufen. Im Warenkorb ist die Definition eine andere: Hier bezeichnet die Absprungrate den Anteil der Kunden, die ihren Warenkorb zwar füllen, sich vor dem Kauf aber anders entscheiden.

Über 40 % der Online-Shopper überlegen es sich im letzten Moment anders und brechen den Kauf ab.

Die Absprungrate zeigt Ihnen also, wie viele Besucher Sie bis zum Kauf halten. Damit liefert sie Anhaltspunkte, wie Ihr Shop ankommt und was Sie ändern können.

Was ein „guter“ Wert ist, lässt sich nicht pauschal sagen, weil zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Blogs haben zum Beispiel eine deutlich höhere Absprungrate als Ratgeberseiten. Im Warenkorb ist es besonders knifflig: Manchmal liegt der Abbruch gar nicht am Shop, sondern der Kunde hat es sich schlicht aus finanziellen Gründen anders überlegt.

Nun zu den Tipps.

13 Tipps, um die Absprungrate im Warenkorb zu verbessern

Sie müssen nicht alle Tipps auf einmal umsetzen. Fangen Sie mit wenigen an – eine Verbesserung merken Sie oft schnell.

1. Anmeldefreies Bestellen erlauben

Ein kleiner, aber wirksamer Hebel: Lassen Sie Kunden als Gast bestellen, ohne sich vorher registrieren zu müssen. Über 30 % der Kunden brechen einen Bestellvorgang ab, wenn sie zur Registrierung aufgefordert werden.

30 % der potenziellen Käufer brechen einen Bestellvorgang ab, wenn sie dafür ein Konto anlegen müssen.

Wenn Sie anmeldefreies Bestellen erlauben und das im Shop deutlich kommunizieren, sinkt die Absprungrate.

2. Viele Zahlungsarten anbieten

Je mehr Zahlungsarten Sie anbieten, desto eher halten Sie Kunden bis zum Kaufabschluss. Bieten Sie nur Kreditkarte und PayPal an und ein Kunde nutzt beides nicht, verlässt er Ihren Shop.

3. Die lokale Währung anzeigen

Damit sich Kunden sicher fühlen und auf einen Blick sehen, welche Kosten entstehen, zeigen Sie Preise in der lokalen Währung an und rechnen auch in dieser ab. So gibt es keine bösen Überraschungen.

4. Unnötige Klicks vermeiden

Führen Sie Kunden mit so wenigen Klicks wie möglich zum Kauf. Muss ein Kunde nach jeder Eingabe erst weiterklicken, ermüdet er schnell – und hat viel Zeit, seine Kaufentscheidung noch einmal zu überdenken. Je einfacher der Ablauf, desto besser.

5. Die Seite mit SSL verschlüsseln

Eine SSL-Verschlüsselung sorgt für eine sichere Verbindung zwischen Browser und Server. Nichts schreckt Kunden mehr ab als eine Seite, die der Browser als „nicht sicher“ markiert. Dann hilft auch der beste Auftritt nichts.

Zudem verlangt die DSGVO angemessene Sicherheitsmaßnahmen, sobald Sie Kundendaten erheben – und das tun Sie bei jeder Bestellung. SSL ist dafür heute Standard.

6. Unnötige Eingabefelder vermeiden

Bei ihren Daten sind Menschen sensibler geworden. Fragen Sie deshalb nur die Daten ab, die Sie wirklich brauchen. Ein Pflichtfeld für die Telefonnummer macht viele skeptisch – brauchen Sie sie wirklich? Eine Steuernummer benötigen Sie von Privatkunden ebenfalls nicht; lassen Sie das Feld weg oder machen Sie es für Firmenkunden optional.

7. Für kurze Ladezeiten sorgen

Wer schnell etwas bestellen möchte und vor einer langsam ladenden Seite sitzt, gibt schnell auf. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Shop schnell lädt – so bleiben Kunden dabei und erleben den Kauf als einfach und unkompliziert.

8. Eingaben sofort prüfen

Sie kennen das: Man füllt alle Felder aus, bestätigt – und bekommt eine Fehlermeldung nach der anderen. Das ist so nervig, dass viele Kunden aufgeben. Mit einer Prüfung direkt bei der Eingabe weisen Sie Kunden schon während des Ausfüllens auf Fehler hin.

9. Wiederholte Eingaben vermeiden

Sorgen Sie dafür, dass Kunden bei einer falschen Angabe nur das betroffene Feld korrigieren müssen. Wer wegen eines Fehlers das ganze Formular neu ausfüllen muss, springt mit hoher Wahrscheinlichkeit ab.

10. Eine Kontaktmöglichkeit anbieten

Oft unterschätzt: Wenn Kunden während des Einkaufs eine Kontaktmöglichkeit zum Kundenservice sehen, gibt ihnen das Sicherheit. Kommen sie nicht weiter, wissen sie, an wen sie sich wenden können.

11. Versteckte Kosten vermeiden

Kosten, die erst spät sichtbar werden, verärgern Kunden – viele brechen dann ab. Stellen Sie alle anfallenden Kosten von Anfang an transparent dar.

12. Eine kurze Lieferzeit anbieten

Die meisten Menschen wollen nicht tagelang oder gar wochenlang auf eine Bestellung warten. Wenn es möglich ist, bieten Sie eine kurze Lieferzeit an und kommunizieren Sie diese deutlich.

13. Warenkorbabbrecher per E-Mail erinnern

Bricht ein Kunde den Kauf ab, ist aber bereits in Ihrer Kundendatenbank, können Sie ihn mit einer automatischen E-Mail an seinen Warenkorb erinnern oder nach den Gründen für den Abbruch fragen. Solche Erinnerungen lassen sich mit gängigen E-Mail- und Marketing-Automation-Tools automatisch auslösen.

Wichtig: Solche E-Mails dürfen Sie in der Regel nur senden, wenn der Kunde dem Erhalt zugestimmt hat. Informieren Sie außerdem in Ihrer Datenschutzerklärung darüber.

Schon kleine Schritte können viel bewirken

Das war viel auf einmal. Sie müssen nicht alles gleichzeitig umsetzen, sondern können Ihren Shop Schritt für Schritt verbessern. Wählen Sie einen Tipp aus und setzen Sie ihn um – oft bewirken schon wenige Änderungen viel.

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